Am Kåarriegel | Höch

Eine Buschenschank ohne Brettljause – wo gibt’s denn sowas? In der wohl ausgefallensten Buschenschank der Steiermark.

Vor einigen Jahren hat Christof Heissenberger, seines Zeichens Inhaber der Grazer Brötchen-Institution Frankowitsch, das Bio-Weingut von Franz Hirschmugel übernommen und dem Wein als auch der Buschenschank ein neues Etikett aufgedruckt.

Die ehemals 20 Hektar Anbaufläche wurden auf 2 ha reduziert, der Name „Hirschmugel“ durch die Rieden-Bezeichnung Kåarriegel ersetzt, selbst das Flaschendesign wurde modernisiert. Auch vor der Buschenschank machte die Heissenberger’sche Änderungswelle nicht halt. An die ehemals holzvertäfelte Gaststätte erinnert heute nur noch die Thekenfront, die lässig an der Decke hängt und ihre neue Bestimmung als Kunstwerk gefunden hat. Auch sonst ähnelt hier nichts einer konventionellen Buschenschank. Geführt wird der ungewöhnliche Betrieb nämlich von Daniel Huber, Barbara Gruber, Olgica Perić und Lilly Mörz. Das Quartett mit hoher Affinität zu kulinarischen Projekten, bestehend aus zwei Architekten, einer Tänzerin und einer Fotografin hat sich die Corona Krise zu Nutzen gemacht und kurzerhand die leer stehende Heissenberger’sche Gaststätte in Höch neu bespielt.

Gänzlich neu – in der Welt der kalten Gerichte und Jausen – sind auch die Gerichte, die hier aufgetischt werden. Auf der Kreidetafel finden sich Quinoa Salat, geräucherte Forelle im Ganzen oder kalte Gurkensuppe mit Gin. Dazu wird selbstverständlich der hauseigene Naturwein serviert.

Der Quinoa Salat (€ 6,-) trumpft mit kleinen aber feinen Details auf. G’schmackige Kapern, hauchdünn geschnittene Tomaten und ein Frischkäsebällchen verleihen dem veganen Gericht unerwartete Raffinesse.

Auch der Rindfleischsalat (€ 9,-) profitiert von einer Profi-Aufschnittmaschine. Hauchdünne Scheiben saftiges Rindfleisch tummeln sich in einem See aus Kernöl, garniert mit Zwiebel, Radieschen und Kleeblättern! Mein Favorit!

Ganz und gar nicht aufgeschnitten überrascht die selbst geräucherte Forelle (€ 17,-). Im Ganzen und mit frisch geriebenem Kren. Mehr braucht’s auch nicht!

Und damit das selbstgemachte Roggen-Sauerteigbrot nicht allein dasteht, gibt’s am Scherbenteller mit Schweinsbraten (€ 14,-) einen, respektive mehrere Haufen Aufstrich. Der ungewöhnliche Linsenaufstrich überzeugt genauso wie die Tomatenbutter, die Zwiebelmarmelade, das Brattlfett und natürlich ein Kürbiskernaufstrich.

Und weil’s so viele Äpfel im Garten gibt, kredenzt das Quartett saftige, aber nicht zu süße Tarte Tatin (€ 4,-) als Nachtisch!

Fazit zum Buschenschank am Kåarriegel

So etwas habe ich in der sechs-jährigen Testesser Geschichte noch nie erlebt. Außergewöhnlich! Es gibt kein Gericht, das ich nicht nochmal bestellen würde. Jede Komponente war schmeckbar, keine Verfälschung durch zu viel Salz, Gewürze oder gar Geschmacksverstärker – was bleibt ist der reine Geschmack. Das Ambiente ist so, wie auch die Gastgeber, unkonventionell aber entspannt. Wiederkommen? Jederzeit! Kleingeld nicht vergessen, denn Qualität hat bekanntlich seinen Preis!

 

Eckdaten
Adresse Weingut Kåarriegel
Rettenberg 97
8444 Höch
Website www.kaarriegel.at
Telefon +43 650 8628693

 

Öffnungszeiten
Montag geschlossen
Dienstag geschlossen
Mittwoch geschlossen
Donnerstag 15:00 – 21:00
Freitag 13:00 – 22:00
Samstag 13:00 – 22:00
Sonntag 13:00 – 22:00

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